
| Kommunikationsseminar mit der Hunde-Team-Schule (HTS) Anita Balser 26. + 27. + 28. Mai 2006 in Cuxhaven | |
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2004 und 2005 wurden von der Landesgruppe Niederelbe bereits Seminare mit Anita Balser angeboten und von unserer Ortsgruppe mit reger Teilnahme quittiert. Sie waren jeweils mit vielen Aha-Effekten verbunden und brachten unsere Arbeit weit nach vorne. Der Wunsch nach einem maßgeschneiderten Seminar mit Anita und Team, speziell für unsere Belange, wuchs seit dieser Zeit stetig. Ein ganzes Jahr dachten wir darüber nach, welche Inhalte für im aktuellen Entwicklungsstand am Wichtigsten sein könnten und hatten uns flugs einen Termin reserviert. Immer wieder hatten wir in der Vergangenheit das Gefühl, speziell Neukunden auf unserem Platz nicht gut genug zu betreuen. Worin genau die Schwierigkeiten bestanden, war uns nicht direkt bewusst, Vermutungen deuteten allerdings in Richtung der Kommunikation. Also fragten wir bei HTS an, ob wir ein Kommunikationsseminar machen können, bezogen auf den Neukunden in unserem Verein. Zunächst mussten wir dann erst einmal beim Kennenlerntreffen freitags vorab erklären, nach welchem System wir unterrichten. Hier wurden schon erste Kommunikationsprobleme des Teams untereinander offensichtlich. HTS verstand irgendwie nur Bahnhof. Samstag vormittags bekamen wir darauf hin eine PP-Präsentation mit den Grundregeln der Kommunikation und sehr anschaulichem Theorie-Unterricht geboten, wo schon dem einen oder andern deutlich wurde, wie groß die eigenen Defizite zuweilen sind. Immer wieder wurde klar gestellt, wie wichtig Sachlichkeit ist, wie stark man seine Emotionen kontrollieren können sollte und wie schwer es ist, alle immer ausreden zu lassen. An dieser Stelle kam auch der Eisberg ins Spiel, der symbolisiert, wo man sich während einer Kommunikation emotional befindet. Das berühmte „eine Neuntel“ ist über Wasser, hier ist alles im grünen Bereich, jedoch unter Wasser sitzen die restlichen acht Neuntel und die sind von Emotionen geprägt und machen eine sachliche Verständigung nicht mehr möglich. Fortan galt das Wort „Eisberg“ als Codewort, sollte jemand in den nachfolgenden Rollenspielen in eine Situation kommen, wo er emotional abrutscht. Hierfür wurden uns Möglichkeiten aufgezeigt, sich für kurze Zeit aus der Situation zu ziehen, um neue, positive Gedanken für eine weiterführende, sachliche Auseinandersetzung mit der aufgetauchten Schwierigkeit zu sammeln. Während der Mittagspause gaben wir alle unsere Fallbeispiele ab, die bei vielen aus konkret erlebten Ereignissen der Vergangenheit mit problematischen Kundensituationen bestanden. Nachmittags wurden dann einzelne Teilnehmer ausgewählt, die in einer gespielten Situation mit „Schauspielern“ aus dem HTS-Team als Kunde/n bestimmte Problematiken zu meistern hatten. Die Situationen waren alle aus dem Leben gegriffen, leicht überspitzt und brachten die Trainer größtenteils schwer in die Bredouille. In den direkt anschließenden Besprechungen sagte immer erst der Trainer, wie er sich fühlte, dann die restlichen Teilnehmer, was sie gesehen und gehört hatten, dann Anita, was ihr aufgefallen war, und zum Schluss der „Kunde“, wie er sich gefühlt hat. Es war sehr, sehr aufschlussreich und zum Teil auch bedrückend, wie viel man im Umgang mit anderen Menschen verkehrt machen kann. Dementsprechend fiel auch das Feedback des ersten Seminartages aus. Viele waren etwas betroffen, fühlten sich auf der Eisberg-Skala eindeutig unter Wasser und nahmen sich das Gesehene und Erlebte wirklich sehr zu Herzen. Hier war das HTS-Team dann auch prompt zur Stelle und führte Gespräche, wo es nötig oder offensichtlich war. Der Sonntag startete schon etwas optimistischer und entwickelte sich über den Tag gesehen als Motivationsfaktor, der dafür geeignet war, das Samstag Erlebte zwar anzunehmen, es aber nicht als demotivierend zu sehen, sondern mit den an die Hand gegebenen Werkzeugen und Hilfsmitteln mit neuem Schwung zu verbessern. Es wurden uns Tipps gegeben, wie wir Stress, der sich während eines Gespräches mit Menschen aufbaut, abbauen können, ohne dass der Gesprächspartner etwas davon merkt. Die Möglichkeit, mal kurz eine Auszeit im Gespräch zu nehmen, in dem man sich mal eben etwas zu trinken holt, oder ein Spielzeug für den Hund… man kann sie nutzen, um einen neuen Einstieg in eine Kommunikation zu bekommen, die gerade droht, unter Wasser zu rutschen. Am Ende dieses Tages waren jedenfalls alle über Wasser, hatten noch eine Menge zu „kauen“ im Gepäck für den Heimweg und waren froh, sich für dieses Seminar entschieden zu haben, da die Arbeit auf dem Hundeplatz eben sehr viel mit Menschen und oft sehr wenig mit Hunden zu tun hat. Jeder hat nicht nur für seine Arbeit auf dem Hundeplatz etwas mitgenommen, sondern auch für jegliche Teamarbeit ob beruflich oder privat, für die Kommunikation mit dem Partner, der Partnerin oder mit Freunden. Auch, wenn es teilweise ans Eingemachte ging, so fühlten wir uns doch von einem sehr kompetenten Team prima betreut und aufgefangen. Herzlichen Dank an HTS und wir drohen hiermit schon an, dass wir Euch wieder buchen werden. Wir wunderten uns allerdings etwas, dass von den anderen Ortsgruppen der Landesgruppe Niederelbe, die alle Einladungen erhalten hatten, genau 2 Trainer aus Wiepenkathen den Weg zu uns gefunden haben. Es fällt uns schwer, uns vorzustellen, dass woanders die Kommunikation schon so gut beherrscht wird, dass diesem Aspekt keine Bedeutung mehr zugemessen werden muss. Danke an dieser Stelle René und Sven, dass sie sich getraut haben! Es hat Spaß gemacht mit Euch zu lernen!
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